Letzte Änderung am Donnerstag, 3. Mai 2012 um 22:12:13 Uhr.
Weiterbildungsvereinbarung Rheinland-Pfalz
Markus Wanck
Sinnvolle Vereinbarung ohne Schranken in den Köpfen
Die Uhr Richtung 2013 läuft gefühlt immer schneller rückwärts und die meisten Berufsangehörigen bereiten sich schon seit Jahren intensiv auf den letzten Schritt der Reformen im Schornsteinfegerhandwerk vor.
Eine Begleiterscheinung dieses Wandels ist die immer größer werdende Schwierigkeit, genügend qualifizierte und motivierte Referenten für Weiterbildungsmaßnahmen jeglicher Art zu gewinnen. Viele Kolleginnen und Kollegen sind durch zusätzliche Tätigkeiten in ihren Betrieben derart ausgelastet, dass für Referententätigkeiten schlicht keine Zeit mehr bleibt. Diese im Grunde erfreuliche Entwicklung führt jedoch auch dazu, dass bundesland- und verbandsübergreifend zumindest in Teilen ein Referentenmangel herrscht. Daher wundert es nicht, dass immer wieder Beschwerden von Kolleginnen und Kollegen bezüglich der Qualität der tariflichen Weiterbildungen (sog. Innungsschulungen) an uns herangetragen wurden. Es gab schon viele Versuche, die tariflichen Weiterbildungstage flexibel zu nutzen oder auszugestalten. Sinn dieser Weiterbildungen, die übrigens nur ZDS-Mitgliedern zustehen, sind berufsbezogene, neutrale Weiterbildungen und keine Messebesuche, Produktschulungen der sog. innerbetriebliche Schulungen. Einige dieser Flexibilitätsversuche trugen schon komisch anmutende Blüten. So mussten zwangsweise Fahrtkosten für Weiterbildungen entrichtet werden, die sich dann qualitativ als höchst fragwürdig herausstellten. Noch ineffektiver erwiesen sich die so genannten
„innerbetrieblichen Schulungen“, bei denen die Betriebsinhaber die Mitarbeiter ganztägig weiterbilden sollten. Umfragen unter den ZDS-Mitgliedern belegen, dass diese Schulungen, bis auf ganz wenige Ausnahmen, gar nicht oder
qualitativ sehr schlecht durchgeführt wurden. Viele Innungen würden gerne alle tariflichen Weiterbildungen mit aktuellen berufsbezogenen Themen anbieten, können dies aber mangels Referenten nicht abdecken. Zudem belastet jeder Schulungstag den Haushalt der Innung und somit auch das Portemonnaie jedes einzelnen Bezirksschornsteinfegermeisters. Pro Teilnehmergruppe und Tag belaufen sich die Kosten bei zwei Referenten, je nach
Anfahrtsweg, schnell auf 750 – 1000 Euro ohne Vorbereitungskosten, was wiederum auf die Mitgliedsbetriebe (BSM’s) durch den Innungsbeitrag umgelegt wird. In einer Zeit, in der die Innungen immer mehr hinterfragt werden, ein nicht zu unterschätzendes Argument. Da der ZDS nicht nur auf Probleme hinweist, sondern diese auch lösen möchte, suchten wir im Rahmen einer gemeinsamen Sitzung das Gespräch mit dem Landesinnungsverband Rheinland-Pfalz. Erfreulicherweise ist es uns gelungen eine Lösung zu erarbeiten, die den Interessen aller Mitglieder der Berufsorganisationen gerecht wird. Die Weiterbildungsvereinbarung wurde mittlerweile
in Rheinland-Pfalz von den Innungen Montabaur, Pfalz, Rheinhessen und Koblenz unterzeichnet. Stellvertretend ist in dieser Ausgabe des „kaminfegers“ die Vereinbarung aus der Innung Pfalz abgedruckt. Mit Ausnahme der Kolleginnen und Kollegen im Innungsbereich Trier kommen seit dem 01.01.2012 alle ZDSMitglieder in Rheinland-Pfalz in die Vorzüge der Weiterbildungsvereinbarung. So wird der hohe Weiterbildungsstandard gesichert, die Arbeitnehmer können bis zu vier Weiterbildungstage für mehrtägige Kurse ansparen und die Arbeitgeber werden finanziell entlastet. Gerade die Ansparung auf bis zu vier frei verfügbaren Weiterbildungstagen war dem ZDS sehr wichtig. So können auch mehrtätige Weiter- und Fortbildungen besucht werden, ohne Erholungsurlaub opfern zu müssen. Diese Vereinbarung zeigt einmal mehr, dass Lösungen zum Wohle aller im Schornsteinfegerhandwerk durchaus möglich sind. Gerne stehen wir auch im Saarland und in Baden-Württemberg den Verantwortlichen für Gespräche zur Verfügung.
